Es war wirklich schon viel besser hier (Bewertung trifft nicht das Arbeitsumfeld von Schauspielern)
Gut am Arbeitgeber finde ich
Wenn man in der Position ist, sich in Produktionen einzubringen, kann die Tätigkeit zwar anstrengend und zeitintensiv, aber auch sehr erfüllend sein;
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
stärker werdende Polarisierung zw. 'Kunst' und 'Technik', hauptsächlich die Wertschätzung betreffend
Verbesserungsvorschläge
Bei Budgetüberlegungen ab und zu an interne Notwendigkeiten denken und diesbezügliche Forderungen ernst nehmen; es würde sich für das Haus lohnen, auch abseits der Bühne nicht wie ein Museum da zu stehen; Theater mit wesentlich geringeren Budgets sind oft wesentlich besser ausstaffiert. Auch das bedeutet 'alles für die Kunst'
Arbeitsatmosphäre
je kleiner die Spielstätte, desto besser der Zusammenhalt der Belegschaft; leider wird der Basis des Hauses (alle Festangestellten außer Schauspieler und Verwaltung) immer weniger Wertschätzung entgegengebracht, es ging hier schon mal fast familiär zu, aber das ist leider Vergangenheit.
Kommunikation
oft unklare Strukturen; Kommunikation läuft fast ausschließlich von oben nach unten; Feedback wird nicht wirklich entgegengenommen oder weitergereicht; viele wichtige Entscheidungen, die in den letzten Jahren für das gesamte Haus getroffen wurden, erfuhr man zuerst durch die Presse; selbst die Titel von Inszinierungen wurden vor Leseproben bereits kolportiert, während man im Haus noch Arbeitstitel benutzte - es hieß dann, darüber müsse man noch schweigen.
Kollegenzusammenhalt
hängt sehr davon ab, welche Kollegen man hat... bei manchen schlägt das sich verschlechternde Arbeitsklima leider sehr auf die Kollegialität
Work-Life-Balance
Wer Familie hat, sollte sich vorher sehr eingehend über den Modus der Mitarbeiterdisposition in seinem Tätigkeitsfeld informieren, bzw. eine möglichst robuste Beziehung führen. Juli + August minus ein paar Tage ist der Betrieb der bühnenrelevanten Abteilungen geschlossen, diese Zeit minus 25 Arbeitstage werden als Zeitausgleich gewertet.
Vorgesetztenverhalten
wirklich ok! Nur bei sehr wenigen fragt man sich, ob Kompetenz hier Kriterium war.
Interessante Aufgaben
Absolut interessante Aufgaben, solange man direkt mit Produktionen zu tun hat (betrifft fast alle Abteilungen)
Umgang mit älteren Kollegen
der Umgang mit älteren Kollegen ist gut, allerdings werden eher jüngere eingestellt
Arbeitsbedingungen
Falls man nicht in einer Abteilung mit Wechselschicht arbeitet, leistet man seinen Dienst stückbezogen oder nach Vereinbarung, dazu kommen eventuell Tätigkeiten abseits der Bühne, je nach Tätigkeitsfeld; stückbezogene Mitarbeiter sollten Wien nicht zu fern werden, da Vorstellungsänderungen auch noch am späteren Nachmittag bekanntgegeben werden können, wodurch dann ein Arbeitseinsatz zeitnah erforderlich wäre;
Umwelt-/Sozialbewusstsein
man bemüht sich, grün zu sein, aber der Kasten ist eben alt. Das Sozialbewusstsein beschränkt sich eigentlich auf das gelegentliche, moralisch überlegene Erheben des Zeigefingers und der Augenbrauen; der Sportclub d. Burgtheaters veranstaltet oder organisiert immer wieder mehr oder weniger sportliche Events;
Gehalt/Sozialleistungen
Das Gehalt ist im Verhältnis zu anderen deutschsprachigen Bühnen höher, allerdings wird auch eine höhere Leistungsbereitschaft erwartet.
Image
Kommt natürlich immer darauf an, wen man fragt, aber als Kulturdienstleister hat das Burgtheater einen sehr guten Ruf.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungen: ja, aber aus der eigenen Tasche und in der Freizeit,