Erfolgreiches Unternehmen aber perspektivlos für Mitarbeiter
Gut am Arbeitgeber finde ich
Viel freie zeitliche Kapazitäten, kaum Druck vorhanden. Mit etwas Fantasie könnte das der Work-Life Balance zugeschrieben werden, allerdings gibt es ja nicht nur den Burn-out, sondern auch den Bore-out bei zu wenige Auslastung. Der Standort bei der Pauluskirche ist zentral und gut erreichbar, die Arbeitsplätze sind platzmässig ausreichend ausgestattet.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Keine Innovationen, keine Führungskultur, schlechte Arbeitsbedingungen, keine beruflichen Zukunftsperspektiven.
Verbesserungsvorschläge
Die Firma sollte verkauft werden und durch neue Leute in die Zukunft geführt werden. Der Patron ist über 70 Jahre alt und hat weder die Kraft noch die Ideen dafür, was schade ist, denn die Branche mit den Nischenprodukten ist sehr erfolgreich und die Firma hätte sehr viel Potential zu einem attraktiven Arbeitgeber zu werden.
Arbeitsatmosphäre
Kaum bereichsübergreifende Kontakte, es finden kaum Diskussionen unter den Mitarbeitern statt. Selbst in den einzelnen Abteilungen ist nicht sehr viel Elan spürbar, es wird gearbeitet um Geld zu verdienen und nicht um beruflich etwas zu bewegen, der Beruf ist Mittel zum Zweck. Hygienefaktoren, welche nach Herzberg die Unzufriedenheit verhindern sollten, werden ausser Acht gelassen, wie z.B. Arbeitsbedingungen, Lohnpolitik ohne jegliches Anreizsystem, Privatsphäre mit unflexiblen Arbeitszeiten.
Kommunikation
Die Firma wird durch einen Patron alter Schule geführt, der sich strengste Diskretion auf die Fahne geschrieben hat. Leider betrifft dies nicht nur die Top-Down Kommunikation, sondern auch die Kommunikation unter den Abteilungen. Niemand weiss detailliert, was bereichsübergreifend passiert, die Zusammenhänge sind nur sehr schwer nachvollziehbar, vor allem auch durch das verzweigte Firmen- respektive Konzernkonstrukt, was in erster Linie aus steuerrechtlichen Gründen installiert worden ist.
Kollegenzusammenhalt
Was am Anfang noch gut, aber die starke Fluktuation in der Unternehmung hat dazu geführt, dass gar keine Beziehungen mehr aufgebaut wurden und dadurch besteht die Firma aus vielen Einzelkämpfern, welche einfach Ihre Arbeit erledigen wollen. Es wurden willkürlich Leute entlassen, welche der Geschäftsführung nicht genehm waren oder so weit gebracht, dass diese selbst gekündigt haben. Die frühere CEO, welche mittlerweile nicht mehr dort ist, hat eine Angstkultur in der Unternehmung etabliert, was zu sehr viel Misstrauen geführt hat.,
Work-Life-Balance
Keine flexible Arbeitszeiten sondern starre und lange Blockzeiten bis 17:00 Uhr, freitags bis 16:30 Uhr. Keine Möglichkeit Überstunden zu machen und diese dann bei Gelegenheit wieder kompensieren zu können, es gab nur 1/2 und ganze Ferientage die bezogen werden konnten. Ferienregelung strikt nach OR, dass heisst ab dem 20. Lebensjahr lediglich 20 Tage Ferientage. Auch sonst keine Fringe benefits vorhanden, ausser man zählt gratis Wasser und Kaffee dazu, ansonsten gibt es nichts.
Vorgesetztenverhalten
Die Vorgesetzten sind bemüht die Arbeitsbedingungen für die Arbeitnehmer zu verbessern aber sie haben durch den patriarchalischen Führungsstil des Patrons gar keine Gelegenheit zur Verbesserung. Jegliche Versuche Innovationen herbeizuführen werden im Keim erstickt. Wer sich nicht an die ungeschriebenen Regeln hält kann sich nach einer neuen Arbeitsstelle umsehen. Es gab diverse Wechsel in Leitungsfunktionen, einige haben das Boot bereits während der Probezeit wieder freiwillig verlassen.
Interessante Aufgaben
Es wäre viel Potential für Innovationen vorhanden, aber leider wird kein Geld darin investiert. Es geht darum, dass der Inhaberfamilie möglichst Rendite aufs Privatkonto gespült wird, was auch im veralteten und kaum genutzten ERP-System ersichtlich ist. Die Einkaufsabteilung als Beispiel hat die Bestandesführung im Excel gemacht, obwohl das ERP-System MS Navision lizensiert ist. Aber einzig das Rechnungswesen hat das System in einfachster Form genutzt.
Arbeitsbedingungen
Hab eich bereits in der Work-Life Balance zusammengefasst. Zu erwähnten wäre noch die Lohnpolitik, es gibt keine Gratifikationen, keinen Bonus oder dergleichen, auch Lohnerhöhungen sind in der Firma artfremd. Das Anfangsgehalt entspricht somit dem Gehalt bei Austritt, es gibt keine Diskussionen über Teuerungsausgleich und dergleichen. Der ganze stattliche Gewinn wird durch die Inhaberfamilie absorbiert, wobei noch erwähnt werden kann, dass über die Jahr hinweg Millionenbeträge in die Villa vor Ort investiert wurden, da die Familie dort auch noch einen unter diversen Wohnsitzen hat.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Wird kein Wert darauf gelegt.
Gehalt/Sozialleistungen
Absolutes Minimum nach Obligationenrecht, keine Flexibilität, null Anreizsysteme.
Karriere/Weiterbildung
Keine Finanzierung oder Förderung von Weiterbildungen. Es gab auch intern keine Zuständigkeit oder irgendwelche Reglement an welche sich die Mitarbeiter hätten orientieren können. Wer eine Weiterbildung macht und selbst finanziert bekommt auch keine Arbeitszeit zur Verfügung, um wenigstens diesen Mehraufwand in irgend einer Form kompensieren zu können. Aufstiegsmöglichkeiten sind ohnehin keine vorhanden, aber das ist auch mit der Firmengrösse von rund 20 Mitarbeitenden zu erklären.