Gutes Miteinander unter den Arbeitern, aber Führung "weit weg von der Front"
Gut am Arbeitgeber finde ich
Der Zusammenhalt unter den Kollegen ist super!
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Wenn zusätzliche Leute eingestellt werden, dann oft in der Verwaltung.
Verbesserungsvorschläge
Nicht an der "Front" sparen - hier spart man auch auf Kosten der Kunden, weil sich unmitelbar die Leistung verschlechtert (z.B. Wagenreinigung). Da nützen dann auch super Werbekampagnen etc. nichts mehr, wenn das Produkt nicht stimmt.
Arbeitsatmosphäre
Grosse Hilfsbereitschaft unter den Arbeiter/innen an der "Front" (Lok-, Zug-, Rangierpersonal, Fahrdienst, Visiteure, Wagenreiniger, Werkstätten...), aber man fühlt sich von der Unternehmensführung vergessen.
Kommunikation
Die direkte Kommunikation unter den Arbeiter/innen an der "Front" ist gut, teils erfährt man essentielle Dinge auch nur durchs direkte Gespräch untereinander. Von Seiten Unternehmensführung ist man konfrontiert mit einer Fülle von Informationskanälen, vielen banalen Infos und es wird nicht einheitlich kommuniziert (Gefahr, dass sicherheitsrelevante Infos unter gehen!). Aufgrund der vielen Infokanälen sind wichtige Infos kaum oder nicht mehr aufzufinden, wenn man nochmal etwas nachschauen will.
Work-Life-Balance
Moderne Arbeitszeitmodelle (z.B. 5 Tage zusätzlich frei bei 98% Lohn) stehen nur der Verwaltung zu. Detailierte Schichtplänepläne des Folgemonats erfolgen in manchen Bereichen erst 10 Tage vor Monatsende. Es gibt Bereiche, die arbeiten bis zu 13 Tage am Stück durch. Spätdienste vor und Frühdienste nach Freitagen möglich.
Vorgesetztenverhalten
Die direken Vorgesetzten geben sich in der Regel grosse Mühe, aber von den höheren Hierarchieebenen besteht oft kein grosses Interesse an der eigenen Abteilung (so fühlt es sich zumindest oft an).
Interessante Aufgaben
Die Tage bestehen zwar aus viel Routinearbeit, aber trotzdem fühlt sich kein Tag an wie der andere, weil immer wieder unvorgesehenes (positiv wie negativ) passiert.
Gleichberechtigung
Was man so von Kolleginnen hört, so werden sie von den meisten Kollegen voll akzeptiert. Und die wenigen, die tatsächlich noch Mühe mit Frauen haben, behalten ihre Meinung gegenüber den Kolleginnen zurück.
Kollegen mit ausländischen Namen (Endung mit "vic") werden zu Beginn teils schon noch ein wenig kritisch angeschaut. Was nicht gern gesehen wird: Immer mehr Hochdeutsch sprechende Kollegen. Aber offen angefeindet werden sie selten.
Umgang mit älteren Kollegen
Habe nicht den Eindruck, dass sie irgendwelche Nachteile haben.
Arbeitsbedingungen
Es ist halt viele Schichtarbeit. Ich arbeite zwar gerne Schicht, aber gesund ist es auf Dauer halt nicht... Man ist oft Zugluft, manchmal Lärm, ausgesetzt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Seit dem letzten Fahrplanwechsel wird wegen zahlreichen unnötigen Halten, weil man zu früh ist bei Bahnhöfen mit Bedarfshalt, unnötig mit ganzen Zügen angehalten - jeder kann sich denken, wiviel Energie es kostet, einen stehenden Zug von 170t Gewicht (Standartkomp) für nichts anzuhalten und wieder (oft gegen Steigung) anzufahren. Auch Wasserkraft gibts nicht ohne Kosten für die Umwelt...
Gehalt/Sozialleistungen
Angesichts der Schichtpläne mit teils "ruppigen" Wechseln von Spät- und Frühdiensten, der Sicherheitsverantwortung, die man als Arbeiter bei einer Bahn trägt, und der Schichtarbeit, ist der Lohn rel. gering.
Image
Wir haben das Image "der kleinen Roten", die durch herrliche Landschaften fährt.
Karriere/Weiterbildung
Es bestehen immer mal wieder Möglichkeiten, intern zu wechseln, z.b. in die Ausbildung, Projektstellen, Vorarbeiterstelle...