Finger weg!
Gut am Arbeitgeber finde ich
Getränkeauswahl, Überstunden werden bezahlt, Obstkorb
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
dass Männer bevorzugt werden
Verbesserungsvorschläge
frauenfeindliches Verhalten abstellen, fremdüblich bezahlen, aufhören zu offensichtlich zu lügen, öffentliche Kritik auch annehmen und nicht versuchen löschen zu lassen
Arbeitsatmosphäre
Zwischen Micromanagement und "Allesegalhaltung" ist m.E. bei den Partnern alles dabei. Der Tag ist geprägt von Leuten, die viel zu viel Arbeit haben, und Leuten die, aufgrund ihrer nicht guten Leistung, viel weniger arbeiten müssen. Was zu Spannungen bei den hart arbeitenden Kolleginnen führt. Bei Kündigungen bricht nach meinen Empfindungen direkt Hysterie aus, weil man weiß, dass die Leistungsträger diese Arbeit noch zusätzlich übernehmen müssen (aber selbstverständlich nicht mehr Gehalt bekommen).
Am Ende des Tages müssen die Stunden auf Mandate gebucht werden. Dies ist im Wesentlichen die Tagesbilanz des eigenen Scheiterns, weil man sowieso für alles viel zu lange gebraucht hat. Gerne machen einen die Partner auch darauf Aufmerksam, dass Aufgaben schneller erledigt werden müssen. Man klammert aber dabei aus, dass manche Stunden dadurch entstehen, dass sich Partner 5 Mal umentscheiden, um ein simples Schreiben rauszuschicken und man das Schreiben noch 4 Mal ändern muss, weil der Partner es so will. Am Ende sind die Mehrzeiten aber die Mitarbeiter schuld. Im Wesentlichen habe ich das Gefühl, dass man hier die Leistung der Mitarbeiterin klein halten möchte.
Kommunikation
Es gibt Partner, die mit einem auf dem Flur sitzen, die es noch nicht mal schaffen, einem einen "Guten Morgen" oder "Tschüss" zu sagen. Ich habe das Gefühl, es wird nicht mit den Mitarbeitern gesprochen, sondern nur über den Mitarbeiter. Da bei fallen gerne die Wörter, Ratten, grenzdebil, Teilzeitmutti und "Ich hasse Frauen". Die Partner sprechen zu großen Teilen nur mit Titelträgern und nicht mit Assistenten oder Fachangestellten.
Alles was man mit den Partnern bespricht, wird m.E. sowieso nicht umgesetzt.
Die Herren lügen meines Erachtens auch immer so schlecht, dass es offensichtlich ist, dass es eine Lüge ist. Zumal die Kollegen sich untereinander austauschen und dann die Unterschiede in den Geschichten ausnahmslos auffallen.
Der Flurfunk funktioniert dafür 1A. Für den Flurfunk würde ich 5 Sterne geben, die Partnerkommunikation zieht aber das Ergebnis stark runter.
Bei meinem Gespräch mit HR aufgrund meiner Kündigung war man über die Zustände am Standort entsetzt. Daher braucht HR an dieser Stelle nichts mehr kommentieren.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt zwischen den Kollegen ist ok. Es wird zwischen den Kollegen nicht gemobbt, oder gehetzt, aber ein wirklicher kollegialer Zusammenhalt ist nicht vorhanden. Man spricht mit den Kollegen ein paar Worte, mit denen man halt ein gutes Verhältnis hat.
Work-Life-Balance
Ich habe in meiner Zeit rund 200 Überstunden pro Jahr gemacht. Sie werden nach meinem Empfinden als Selbstverständlichkeit angenommen. Wenn man in die Mittagspause oder um 16 Uhr gehen möchte, wird man nach meinem Empfinden mit diversen Kommentaren, darauf hin gewiesen, dass man eigentlich noch arbeiten sollte. Als ich meinen Partner darauf hingewiesen habe, dass ich am Vortrag bis 23 Uhr an einer Sache gesessen haben, habe ich nur zurück bekommen: "Ich sahs gestern auch bis 22 Uhr in der Bahn".
Ich habe zudem das Gefühl, dass über dem Parkplatz spioniert wird, wer wann nach Hause geht.
Vorgesetztenverhalten
Hängt stark vom Vorgesetzten abhängig, aber m.E. haben alle gemeinsam, dass jeder belogen wird und Probleme nur ausgesessen werden. Änderungen und Verbesserungen sind nicht gewünscht. Man hat auch das Gefühl, dass die Partner untereinander überhaupt nicht miteinander sprechen (es sei denn es handelt sich um Fußball, oder sie bilden eine Lügengemeinschaft). Bei meiner Kündigung, bei der ich ganz klar die Probleme in der Kanzlei (die ich seit Jahren bereits angesprochen habe) geäußert habe, hat man mir erklärt ich sei für den Kanzleialltag nicht geeignet, meine Kündigung würde aufgrund des Umfeldes erfolgen und es läge nicht am Partner (na wenn der Schuhe dann besser passt). "Außerdem habe man mich immer gemocht, trotz der Tatsache, dass ich eine Frau sei". Ich habe daraufhin nur bestätigt bekommen, dass es richtig war diesen Laden zu verlassen.
Gespräche zur Weiterentwicklung werden von manchen Mitarbeitern auch nicht mit ihrem direkten Vorgesetzten geführt, sondern mit dem Partner bei dem man bessere private Beziehungen hat. Blöd ist nur, dass man sowas auch offen und transparent in den Kalendern der Personen sehen kann und es dazu natürlich zu Gerede kommt.
Gleichberechtigung
Ich würde keinen Stern geben, aber das ist leider nicht möglich.
Interessant ist, dass die dhpg versucht mit aller Mühe meine Einschätzung, dass das Büro frauenfeindlich ist, bei Kununu rausnehmen zu lassen, weil es Tatsachenbehauptung sei. Schaut man sich die Internetseite an, sieht man nur wenige Frauen, die Partnerin werden, schon irgendwie seltsam. Nicht umsonst sind auf dem Briefkopf nahezu nur Männer abgebildet. M.E. werden Männer, die später den Berufstitel erreich haben, Frauen, die befördert werden sollen und wirklich Leistung bringen, vorgezogen. Wird sicherlich nicht an privaten Beziehungen des Mannes mit einem Mandanten liegen.
Einer der Partner war der Meinung, dass es an dem Standort, trotz mehrerer Berufsträgerinnen mit etlichen Überstunden, hier keine Frau gäbe, die das Zeug zur Partnerin hat und wollte alle Kolleginnen durchgehen und begründen, warum sie keine Partnerin werden kann.
Umgang mit älteren Kollegen
Es gibt mittlerweile nicht mehr so viele ältere Kollegen. Dieses Jahr haben 3 Kolleginnen, die über 20 Jahren für das Unternehmen tätig waren gekündigt.
Die anderen ziehen ihre letzten Jahre noch durch. Aber Wertschätzung oder Dankbarkeit für viele Jahre der Treue und Zusammenarbeit gibt es nicht. Es werden nur Urkunden zu gewissen Dienstjahren verliehen.
Arbeitsbedingungen
Home Office ist abhängig vom Partner. Es gibt eine Kernarbeitszeit bis 16 Uhr, die auch am Freitag gilt. Jeden Tag muss eine Person aus dem Team bis 17 Uhr arbeiten. Das Mobiliar ist altmodisch, der Teppich müffelt. Die IT ist ein überaltetes Flickenwerk aus vergangenen Zeiten, an der immer nur ein weiterer Teil wegbricht.
Gehalt/Sozialleistungen
Meines Erachtens deutlich geringer als in der Branche üblich. Gerne wird Mitarbeiterinnen das Gehalt für mehrere Jahre eingefroren. Mir hat man das Gehalt, was wir beim Bewerbungsgespräch versprochen hatte, was sich nach der Probezeit erhöhen sollte, einfach nicht gegeben. Darauf angesprochen, konnte man sich an das Gespräch noch erinnern, hat dies aber mit "Sie sind schon sehr teuer" abgetan. Daraufhin hat man mir die Hälfte des eigentlich versprochenen Betrags gegeben und die weitere Hälfte erst das Jahr darauf. Mit dem Wissen von heute würde ich sowas nie wieder mit mir machen lassen. Alternativ wird gerne das Gehalt mit einer Kündigungsvereinbarung verknüpft erhöht. Man darf dann die nächsten 2 Jahre nicht kündigen (oder muss sonst den Betrag zurückzahlen) und die Kündigungsfrist verlängert sich auf 6 Monate.
Image
Aufgrund nicht vorhandener Marketingleistungen kennt man das Unternehmen kaum. Wenn man das Unternehmen aber kennt, hört man oft, dass es ein alter weißer Männer Laden ist oder man verbindet die Kanzlei damit, dass man hier nicht genug verdient.
Karriere/Weiterbildung
Karriere ist für Frauen eigentlich nicht möglich, Karriere kann man gut als Mann machen, wenn man die richtigen persönlichen Kontakte zu Mandanten hat, oder mit dem Partner gut kann, oder Fußball toll findet, ansonsten ist den Partnern vollkommen egal, ob man sich entwickelt oder nicht.
Frauen, die Karriere machen wollen, werden hingehalten, deren Leistung klein gespielt, es wird der Eindruck vermittelt, die Leistung wäre nichts wert.
Junge karriereaffine Kolleginnen werden meines Erachtens gerne manipuliert und man verspricht ihnen, dass sie Karriere machen können, sie werden aber eigentlich nur an der Nase rumgeführt.