Die Fluktuation spricht für sich...70h-Woche bei schlechter Bezahlung gepaart mit miserabler Kommunikation.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Anspruchsvolle, abwechslungsreiche Tätigkeitsbereiche und gute Arbeitsplätze
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
extrem hohe Fluktuation, schlechte Bezahlung, schlechte Führung, kaum schaffbares Arbeitsvolumen
im Bereich der Centermanager haben in knapp 2 Jahren 14 von 22 Kollegen gekündigt.
Verbesserungsvorschläge
Mitarbeiter sollten wie Menschen behandelt werden, nicht wie austauschbare Personalnummern oder "Nutzvieh".
Arbeitsatmosphäre
Dauerstress, unbezahlte Überstunden, kaum Befördungen oder angemessene Boni und Kündigungen/Entlassungen wirken sich natürlich nach einiger Zeit entsprechend auf die Stimmung aller Beteiligten aus.
Kommunikation
Hierbei muss man differenzieren: die Kommunikation in den einzelnen Teams bzw. in den Centern vor Ort ist kaum zu bemängeln. Die Top-down-Kommunikation der Geschäftsleitung ist allerdings teilweise beschämend. Man bekommt ständig neue (teilweise gegensätzliche) Anweisungen, unorganisiert, von manchen Vorgesetzen hört wochenlang gar nichts. Ein "Danke" habe ich in mehreren Jahren aufreibender Arbeit nicht vernommen.
Kollegenzusammenhalt
Man rückt in den Teams angesichts den enormen Anforderungen aus der Geschäftsleitung zusammen. Allerdings entsteht durch ständig wechselndes Personal auch kein richtiges Zusammenhaltsgefühl.
Work-Life-Balance
Wie man am Slogan vernehmen konnte, kann man hier keinesfalls von "Balance" sprechen...durch ständige Personalkürzungen bei stetig wachsendem workload sind 55-75-Stunden-Wochen recht normal (meine "Bestzeit" lag bei 87h/Woche).
Vorgesetztenverhalten
Meiner Meinung nach die größte Katastrophe...einmal im Jahr gibt es eine Dankesrede per Videocall, dafür der eine Stern sonst hätte ich gern keinen gegeben.
Interessante Aufgaben
An verschiedensten Aufgaben mangelt es sicher nicht.
Gleichberechtigung
Die Forderungen des AGG werden größtenteils umgesetzt und gelebt, abgesehen von 2 Kündigungen von schwangeren Mitarbeiterinnen gegen Abfindung, die ich mitbekommen habe.
Allerdings bleibt die generelle Gleichberechtigung zwischen Kollegen auf der Strecke - wer sich mit der Führungsetage gut stellt, hat eine Chance auf Weiterkommen, ansonsten ist man schnell abgemeldet.
Umgang mit älteren Kollegen
Hierbei gibt es nach meiner Erfahrung nichts zu bemängeln.
Arbeitsbedingungen
An der technischen Ausstattung der Räumlichkeiten usw. gibt es nichts auszusetzen. Großraumbüros sind bei entsprechendem Arbeitsaufkommen natürlich lauter als ein Einzelbüro.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es gibt zahlreiche CSR-Initiativen
Gehalt/Sozialleistungen
Das Jahresgehalt auf Basis einer 38,5h-Woche hört sich zunächst verlockend an - an die realen Arbeitszeiten gekoppelt fühlt es sich eher wie Ausbeutung an. Bezahlte Überstunden oder Zeitkonten gibt es nicht, wer sein Pensum erfüllen will, hat kaum noch die Chance auf ein Privatleben.
Image
In der Branche ein Big-Player, allerdings fällt die Identifikation angesichts des Führungsstils und der Divergenz zwischen Anspruch und Wirklichkeit in vielen Bereichen schwer.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt jährliche Zielvereinbarungsgespräche, an die auch der Bonus bzw. Beförderungen gekoppelt sind. Allerdings ist dies eher ein Schein, da letztendlich das HQ entscheidet, wer befördert wird - hierbei kommt es dann eher wieder auf persönliche Präferenzen an.
In der Academy kann man verschiedene Online-Trainings absolvieren, die allerdings manchmal gefühlt mit dem google-Übersetzer von französisch auf englisch und dann auf deutsch übersetzt worden sind.