Hoher Ruf - Nichts dahinter
Arbeitsatmosphäre
Meine Erfahrung war insgesamt enttäuschend. Es fehlte völlig an Wertschätzung, sowohl auf persönlicher als auch auf beruflicher Ebene. Trotz Anwesenheit im Büro hatte ich das Gefühl, dass mein Beitrag nicht wirklich geschätzt wurde und es keinen echten Mehrwert brachte, vor Ort zu sein. Ein sinnvoller Austausch mit Kolleg:innen fand kaum statt, was die Zusammenarbeit erschwerte und dem Teamgefühl schadete.
Besonders enttäuschend war die fehlende Unterstützung seitens der Leitung. Es schien, als würde kein wirkliches Interesse an den Anliegen und der Entwicklung der Mitarbeitenden bestehen. Statt konstruktiver Förderung gab es oft nur distanziertes Verhalten.
Hinzu kommt, dass ein spürbarer Konkurrenzdruck zwischen den Teams herrschte, der eher hinderlich als motivierend wirkte. Anstatt Zusammenarbeit und Synergien zu fördern, schien das Arbeitsumfeld von Rivalität geprägt zu sein.
Alles in allem hat diese Erfahrung bei mir den Eindruck hinterlassen, dass hier weder die Mitarbeitenden noch ein gesundes Arbeitsklima im Fokus stehen.
Kommunikation
Die Kommunikation im Unternehmen ließ stark zu wünschen übrig. Oftmals hatte man keinerlei Überblick darüber, woran die einzelnen Teammitglieder arbeiteten, was die Zusammenarbeit unnötig erschwerte und zu Missverständnissen führte.
In Meetings wirkte es, als wolle die Leitung den Austausch so kurz wie möglich halten, ohne wirklich Interesse daran zu zeigen, die Meinungen oder Perspektiven aller Beteiligten einzuholen. Dadurch fehlte ein wertvoller Dialog, der zur Optimierung der Zusammenarbeit hätte beitragen können.
Auch die Kommunikation von Arbeitsaufträgen war häufig unklar und unstrukturiert. Statt konkrete Anweisungen oder Unterstützung zu bieten, wurde man oft mit Fragen oder Problemen allein gelassen. Dies führte nicht nur zu Frustration, sondern auch zu ineffizientem Arbeiten.
Zusammenfassend fühlte sich die Kommunikation nicht wie ein unterstützender, produktiver Austausch an, sondern eher wie eine Barriere, die den Arbeitsalltag unnötig kompliziert machte.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt im Unternehmen war leider enttäuschend. Es scheint eher eine Glückssache zu sein, in welches Team man kommt. Zwischen den Teams herrschte kaum Zusammenhalt, was die Arbeitsatmosphäre oft unangenehm machte und ein Gefühl von Isolation hinterließ.
Wenn man Glück hatte, konnte man 1-2 Kolleg:innen finden, mit denen man sich gut verstand. Doch abgesehen davon waren die Beziehungen meist distanziert und von starker Hierarchie geprägt. Innerhalb der Teams war eine klare Machtverteilung spürbar, die teilweise sogar ausgenutzt wurde, anstatt ein kooperatives Miteinander zu fördern.
Besonders auffällig war, dass sich kaum darum gekümmert wurde, das Teamgefühl zu stärken. Teamaktivitäten wurden häufig nur vor sich hergeschoben, und wenn sie dann doch einmal stattfanden, hatten sie wenig bis keinen Effekt auf das Teambuilding. Vielmehr wirkten sie wie eine Pflichtveranstaltung, die das Arbeitsklima kaum verbesserte.
Insgesamt fehlte es an einem echten Gemeinschaftsgefühl, was dazu führte, dass man sich selten wirklich wohl oder unterstützt fühlte.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance im Unternehmen ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits wird einem auf den ersten Blick viel Flexibilität geboten, was die Wahl zwischen Homeoffice und Büroarbeit betrifft. Doch je nach Arbeitsaufwand stellt sich schnell die Frage, wie viel diese Flexibilität wirklich bringt, da die Belastung in heißen Projektphasen kaum Spielraum für private Unternehmungen lässt.
In intensiven Projektphasen ist an Freizeit kaum zu denken. Wenn es dann doch vorkommt, dass Vorgesetzte merken, dass man bis spät in die Nacht arbeitet und sich darüber beschweren, dass man die Arbeitszeiten nicht einhält, wird keine realistische Lösung angeboten. Stattdessen wird ignoriert, dass es bei der aktuellen Arbeitslast schlicht nicht anders möglich ist.
Auf den Events selbst verschärft sich die Situation noch. Man muss mit extrem wenig Schlaf auskommen, oft nur ein paar Stunden pro Nacht, und erlebt dabei häufig eine respektlose Behandlung. Die Erholung von solchen Einsätzen kann leicht zwei Wochen in Anspruch nehmen, was die ohnehin angespannte Work-Life-Balance noch weiter belastet.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten im Unternehmen ließ stark zu wünschen übrig. Der Satz „Chef müsste man sein“ war ein gängiges Sprichwort unter den Mitarbeitenden – und das aus gutem Grund. Die Geschäftsleitung war praktisch unsichtbar und ließ sich nie blicken, was zu einem Gefühl der Distanz und mangelnder Führung beitrug.
Auch auf Teamleitebene fehlte es an Rückhalt. Anstatt Unterstützung oder Förderung zu bieten, war der Umgang oft von einem herablassenden Ton geprägt. Es war offensichtlich, dass viele Führungskräfte nicht ausreichend geschult oder qualifiziert waren, um ihre Position auszufüllen. Stattdessen wirkte es, als sei die Rolle lediglich eine bequeme Machtposition, ohne echtes Engagement oder Verantwortung zu zeigen.
Besonders enttäuschend war, dass selbst in einem kleinen Unternehmen – wo pro Standort nur wenige Mitarbeitende beschäftigt sind – die Führungskräfte nicht einmal in der Lage waren, sich die Namen der Angestellten zu merken. Dies vermittelte das Gefühl, dass die Mitarbeitenden austauschbar und nicht von Bedeutung sind.
Zusammenfassend fehlt es der Führung an Präsenz, Qualifikation und Wertschätzung, was die Arbeitsatmosphäre stark beeinträchtigt.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben im Unternehmen bieten eine gemischte Erfahrung. Auf der positiven Seite gibt es durchaus interessante Projekte, auch im Ausland, die trotz des hohen Zeitaufwands und der intensiven Arbeit viel Spaß machen können. Diese Projekte schaffen es, Motivation und Begeisterung zu wecken, da sie oft spannend und abwechslungsreich sind.
Leider gibt es jedoch auch viele Projekte, die weder in der Mitarbeiterschaft noch in der Leitung echtes Herzblut entfachen. Solche Aufträge werden trotzdem angenommen, was es erschwert, mit Interesse und Engagement daran zu arbeiten. Dieser Mangel an Begeisterung überträgt sich spürbar auf die gesamte Arbeitsdynamik.
Zusätzlich gibt es kontinuierliche Projekte, die mittlerweile so unbeliebt sind, dass sie nur noch zwischen den Teams hin- und hergeschoben werden. Niemand hat mehr Lust, sich damit zu befassen, was die Qualität der Arbeit und die Stimmung weiter verschlechtert.
Insgesamt gibt es zwar interessante Aufgaben, die durchaus Potenzial bieten, doch die Vielzahl an wenig inspirierenden oder ungeliebten Projekten trübt das Gesamtbild erheblich.
Gleichberechtigung
Die Gleichberechtigung im Unternehmen ist ein großes Problem. Es ist deutlich spürbar, dass Männer bevorzugt werden, obwohl der Großteil der Mitarbeitenden weiblich ist. Besonders auffällig ist, dass fast alle Führungspositionen von Männern besetzt sind, was ein klares Ungleichgewicht zeigt.
Darüber hinaus scheint nicht die Qualität der Arbeit oder das Engagement der Mitarbeitenden entscheidend zu sein, sondern vielmehr, wie gut man sich mit der Leitung versteht. Mitarbeitende, die ein kumpelhaftes Verhältnis mit den Führungskräften pflegen, werden deutlich bevorzugt behandelt. Dies sorgt für eine unausgewogene Behandlung im Team und untergräbt die Motivation derjenigen, die sich durch ihre Leistung und nicht durch persönliche Beziehungen hervortun möchten.
Insgesamt fehlt es dem Unternehmen an einer fairen und leistungsorientierten Kultur, was besonders für die weiblichen Mitarbeitenden und diejenigen ohne "Vitamin B" frustrierend ist.
Umgang mit älteren Kollegen
Zum Umgang mit älteren Kolleg:innen gibt es nicht viel zu sagen, da der Anteil an älteren Mitarbeitenden im Unternehmen sehr gering ist. Aus diesem Grund stellt dies kein relevantes Problem dar.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsumgebung am Standort Wuppertal hat sowohl positive als auch negative Aspekte. Ein klarer Pluspunkt ist die schöne Villa, in der sich das Büro befindet. Sie macht optisch viel her und sorgt für eine ansprechende Atmosphäre, die sich durchaus positiv auf den ersten Eindruck auswirkt.
Leider lässt die Ausstattung in vielerlei Hinsicht zu wünschen übrig. Die Technik, insbesondere der Laptop, ist ein Problem. Man bekommt ein großes und schweres Gerät, das vor allem bei Außeneinsätzen eher hinderlich als hilfreich ist.
Auch die Büromöbel entsprechen nicht den modernen Standards. Sie sind weder ergonomisch ausgelegt noch bequem, was auf Dauer die Arbeit unangenehm macht. Zudem wirken die kahlen Schreibtische wenig einladend, da es den Mitarbeitenden untersagt ist, diese individuell zu dekorieren. Dadurch fehlt der Arbeitsumgebung eine persönliche Note, die zu einem angenehmeren Arbeitsklima beitragen könnte.
Zusammenfassend bietet der Standort zwar optischen Charme, aber die praktische Arbeitsumgebung hat klare Schwächen, die den Alltag erschweren
Gehalt/Sozialleistungen
Das Thema Gehalt ist im Unternehmen häufig ein Gesprächsthema unter den Mitarbeitenden, und das aus gutem Grund. Die Gehaltsunterschiede sind deutlich spürbar, selbst bei Mitarbeitenden, die unter den selben Bedingungen eingestellt wurden oder auch die selbe Zeit im Unternehmen waren. Es gibt keine transparente oder faire Struktur, was die Bezahlung betrifft.
Insgesamt verdient man hier unterdurchschnittlich, was das Gefühl verstärkt, dass das Unternehmen eher darauf abzielt, Mitarbeitende möglichst günstig zu halten, anstatt ihre Leistung und Erfahrung angemessen zu honorieren. Wenn man nach einiger Zeit im Unternehmen eine Gehaltserhöhung anfragt – basierend auf nachweisbarer Leistung – wird einem jedoch wenig bis gar nicht entgegengekommen.
Aufstiegsmöglichkeiten erscheinen nahezu unrealistisch, da es oft so wirkt, als würde man solange wie möglich in der aktuellen Position gehalten werden, ohne Perspektive auf eine Weiterentwicklung. Das hat auch Auswirkungen auf die hohe Fluktuationsrate im Unternehmen, die jedoch nie hinterfragt wird. Mitarbeitende entscheiden sich oft selbst, zu gehen, da sie keine wirklichen Anreize oder eine Zukunftsperspektive sehen.
Image
Das Image des Unternehmens basiert stark auf einem früheren Ruf, der mittlerweile nicht mehr der Realität entspricht. Es scheint, als ob sich das Unternehmen auf diesem veralteten Ruf ausruht, ohne sich weiterzuentwickeln oder mit den aktuellen Anforderungen und Erwartungen Schritt zu halten.
Immer mehr spricht es sich herum, dass das, was nach außen hin noch als starkes Image präsentiert wird, nicht mehr mit der tatsächlichen Unternehmenskultur und Arbeitsweise übereinstimmt. Neue Mitarbeitende merken schnell, dass die Realität hinter den Versprechungen enttäuschend ist, was zu Frustration und einem negativen Bild des Unternehmens führt.
Insgesamt lebt das Unternehmen von einem Image, das längst nicht mehr die Wahrheit widerspiegelt, und versäumt es, sich den heutigen Standards anzupassen. Dies führt dazu, dass die anfängliche Begeisterung neuer Mitarbeitender schnell abkühlt und sie sich enttäuscht vom tatsächlichen Arbeitsumfeld zeigen.
Karriere/Weiterbildung
Die Weiterbildungsmöglichkeiten innerhalb des Unternehmens sind insgesamt eher begrenzt. Es gibt sogenannte „Creative Shots“, die einen Einblick in verschiedene Themen bieten und durchaus interessant sein können. Diese Sessions ermöglichen es, neue Perspektiven zu gewinnen und kreative Ansätze kennenzulernen.
Jedoch wird leider wenig Fokus auf die individuelle Weiterbildung gelegt, besonders in Bereichen, die für die persönliche und berufliche Weiterentwicklung wirklich von Bedeutung wären, wie etwa der Projektplanung oder dem Umgang mit Kunden. Hier fehlt es an gezielten Schulungen oder Programmen, die einem helfen würden, in diesen entscheidenden Bereichen weiterzukommen.
Insgesamt gibt es zwar einige interessante Initiativen, doch die Chancen zur gezielten Weiterentwicklung in relevanten beruflichen Kompetenzen bleiben eher begrenzt.