Schlechteste Arbeitserfahrung bisher
Verbesserungsvorschläge
Bessere Einarbeitung
Schulungen für Praktikantenbetreuer
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war leider sehr enttäuschend und weit entfernt von dem, was ich in anderen Unternehmen erlebt habe. Praktikanten werden hier oft als weniger wichtig betrachtet und entsprechend behandelt. Wertschätzung für die eigene Arbeit fehlt nahezu komplett.
Die allgemeine Atmosphäre wirkte oft künstlich und von oberflächlichen Kontakten geprägt - viele sammeln gezielt Beziehungen für spätere persönliche Interessen, was zu einem unaufrichtigen Umfeld führt. Als introvertierte Person fühlt man sich hier schnell übersehen.
Kommunikation
Während meines Praktikums in dieser Abteilung habe ich leider durchweg negative Erfahrungen im Umgang mit Feedback, Kommunikation und Wertschätzung gemacht. Konstruktives, ehrliches Feedback fand kaum statt.
Stattdessen war die Kommunikation häufig intransparent, teilweise sogar respektlos.
Es wurde nicht direkt mit den Praktikanten gesprochen, sondern lieber hinter deren Rücken über sie gelästert - auch über mich. E-Mails von Praktikanten werden teilweise ohne deren Wissen an Vorgesetzte weitergeleitet, offenbar mit dem Ziel, sich darüber lustig zu machen.
Diese Atmosphäre führte unter anderem dazu, dass eine andere Praktikantin ihr Praktikum vorzeitig beendete. Erwartungen und Ansprüche an Praktikanten wurden teilweise nicht kommuniziert.
Kollegenzusammenhalt
Zu Beginn wirken alle freundlich, aber schnell merkt man, dass viele Kollegen eher auf den Aufbau von Kontakten für ihre eigene Karriere aus sind, anstatt authentisch Interesse zu zeigen. Als Praktikant steht man hier oft isoliert, da man in der Hierarchie weit unten ist und viele Kollegen wenig bis gar kein Interesse an einem Austausch zeigen. Die Zusammenarbeit im Team ist minimal - jeder arbeitet mehr oder weniger für sich selbst und verfolgt eigene Ziele. Auch die internen Beziehungen zwischen den Abteilungen sind oft von politischem Kalkül geprägt. Praktikanten werden häufig außen vor gelassen. Wenn man sich außerhalb der Arbeit trifft, dreht sich das Gespräch oft ausschließlich um berufliche Themen, was den Eindruck verstärkt, dass zwischen den Kollegen keine echte Verbundenheit besteht.
Work-Life-Balance
Als Praktikant hat man eine 35-Stunden-Woche, doch in der Praxis kommt es häufig vor, dass Überstunden gemacht werden, die später abgebaut werden können.
Pflichtpraktikanten haben keinen Urlaubsanspruch und müssen die Betriebsschließung über Weihnachten mit Überstunden ausgleichen, was eine zusätzliche Belastung darstellt. Einige Mitarbeiter arbeiten vor allem zu Monatsbeginn auch an Wochenenden und bis spät abends. In einigen Fällen überschreiten Mitarbeiter sogar die 10-Stunden-Grenze. Praktikanten werden zudem gelegentlich auch nach Feierabend, oft am späten Abend, über WhatsApp kontaktiert.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Praktikantenbetreuer empfand ich als unprofessionell und teilweise respektlos. Das zeigte sich vor allem nachdem ich mein überraschend schlechtes Arbeitszeugnis erhielt. Die Bewertungen wirkten willkürlich und unausgewogen - teils deutlich schlechter, als es durch das bisherige Feedback oder meine tatsächlichen Leistungen nachvollziehbar gewesen wäre. Auf Nachfrage in einem persönlichen Gespräch mit meinen beiden Betreuern konnten mir die Bewertungen nicht anhand konkreter Beispiele erklärt werden. Vielmehr wurde ich in diesem Gespräch in einem überraschend scharfen Ton kritisiert.
Aussagen, die in früheren Feedbackrunden nie gefallen waren, wurden mir plötzlich vorgeworfen. Das Gespräch, das eigentlich zur Klärung dienen sollte, entwickelte sich in eine Richtung, die ich als sehr respektlos und verletzend empfand. Von Professionalität war in diesem Moment leider keine Spur zu erkennen. Ich wurde regelrecht fertig gemacht. Erst nach Einschalten des Betriebsrats sowie der HR-Abteilung wurden Teile des Zeugnisses überarbeitet und angepasst.
Interessante Aufgaben
Während meines Praktikums wurden mir überwiegend monotone Aufgaben übertragen. Möglichkeiten, Einblicke in andere Bereiche zu erhalten oder neue Tätigkeiten zu übernehmen, gab es kaum.
Eine systematische Einarbeitung fand nicht statt, stattdessen wurde erwartet, dass Praktikanten von Beginn an selbstständig arbeiten können. Im Nachhinein wurde mir gesagt, dass ich mir aktiv Zeit von Kollegen hätte einfordern sollen, jedoch standen diese selbst unter starkem Zeitdruck und hatten häufig keine Kapazitäten für Fragen.
Dies führte dazu, dass man sich als Praktikant unsicher fühlte und zurückhaltend dabei war, Hilfe einzufordern. Zudem wurde erwartet, dass Praktikanten sich ihre Aufgaben eigenständig suchen, ohne dass eine klare Anleitung oder Orientierung gegeben wurde.
Gleichberechtigung
Führungspositionen sind überwiegend männlich besetzt, obwohl viele Frauen in der Abteilung arbeiten. Zwischen einigen Mitarbeiterinnen entstanden Machtkämpfe, die auch auf Praktikanten übertragen werden.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsausrüstung für Praktikanten ist alt, unvollständig und wird nur weitergereicht. Auf dem Arbeitsvertrag musste ich 2 Monate warten und um überhaupt arbeitsfähig zu sein ging es über eine Woche. Die Kantine ist schlecht und es gibt keine kostenlose Kaffeemaschine.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Mehr Schein als Sein
Gehalt/Benefits
Praktikantengehalt ist sehr gut. Allerdings wird die Weihnachtsfeier nicht übernommen (70€).
Image
Nicht alles ist Gold, was glänzt
Karriere/Weiterbildung
Die weitere Karriereentwicklung der Praktikanten wird kaum beachtet.
Zeugnisse sind schlecht und ohne nachvollziehbare Bewertungskriterien.
Statt Leistung zählt oft, wer sich am stärksten in Szene setzt.
