Wem gesundheitsgefährdende Arbeitsbelastung, schlechte Führungskräfte und Ellenbogengesellschaft egal ist, ist hier rich
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Gehalt & Sozialleistungen
- Image
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Zu hohe Arbeitsbelastung wird gesehen und trotzdem ignoriert
- Mitarbeiter, die sich nur gut verkaufen können werden wirklich guten Mitarbeitern vorgezogen und befördert
- Fehlende Wertschätzung von guten Mitarbeitern
- Schlechtes Führungsverhalten wird toleriert
Arbeitsatmosphäre
Die Führungskräfte loben 1x im Jahr zur Leistungsbeurteilung - also wenn sie müssen. Auch schaffen sie es einen Keil zwischen Kollegen oder anderen Abteilungen zu bringen. Es herrscht pure Ellenbogengesellschaft und alle Mitarbeiter, die brav ihrer Arbeit nachgehen ohne sich zu verkaufen, ziehen den Kürzeren.
Kommunikation
Wenn man nicht direkt im Werk arbeitet, bekommt man Informationen eher über öffentliche Medien als aus Unternehmenskanälen. Gerade in Krisenzeiten wird auch ständig nur Krisenstimmung verbreitet, was die Motivation zusätzlich gedrückt.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt in meiner Abteilung war teils wirklich gut. Dass sich Zeitarbeitskräfte (50% Anteil in der Abteilung) aber nicht gegen ihre BMW Führungskraft stellen, ist auch absolut nachvollziehbar. Das hat das Team aber oft gespalten.
Sobald man dann im Austausch mit Nachbarabteilungen steht, schießt wieder Jeder gegen Jeden. Es kommt einem oft so vor, als würde man nicht für das gleiche Unternehmen mit dem gleichen Ziel arbeiten.
Work-Life-Balance
Arbeitszeiten von mehr als 10 Stunden waren für mich und meine Kollegen normal.
Überstunden sind also tagesgeschäft. Zur schlimmsten Zeit habe ich 150 Überstunden in 2 Monaten aufgebaut. Auch wenn man sich bei der Führungskraft beschwert, ändert sich nichts. Dass dadurch 5 Personen in meiner ehemaligen Abteilung an einem Burnout erkrankten, wurde einfach hingenommen.
Vorgesetztenverhalten
Die Führungskräfte werden weder geschult noch zurechtgewiesen, wenn sie sich nicht korrekt ihren Mitarbeitern verhalten. Meine 1. Führungskraft schrie ihre Mitarbeiter in Terminen regelmaßig an (so laut, dass das ganze Großraumbüro still wurde) oder man musste einige Minuten neben ihrem Schreibtisch stehen, bis sie sich herabgelassen hat, mit einem zu sprechen. Meine 2. Führungskraft setzte sich nur für ihre Liebling ein - der Rest war ihr schlichtweg egal. Während Mitarbeiterbefragungen diese Fehlstellungen aufzeigten, wurden diese einfach ignoriert bzw. mit noch mehr Aufgaben bombardiert.
Interessante Aufgaben
Die Arbeitsbelastung ist zu hoch. Ansonsten wird immer noch extrem viel mit Excel gearbeitet. Die abwechlungsreichen Aufgaben ergeben sich dann, wenn wieder ein Thema "nach ganz oben" eskaliert wird und man von allen Seiten für Fehler anderer Abteilungen angezählt wird. Ansonsten könnte man als Sachbearbeiter grundsätzlich geregelte Arbeit haben.
Gleichberechtigung
Im Bereich Werk haben es Frauen ggf. noch etwas schwer. Ansonsten konnte ich keine Nachteile feststellen. Auch Wiedereinsteiger erhalten einen gleichwertigen Job zurück.
Umgang mit älteren Kollegen
Ich hatte oft das Gefühl, dass von meinen älteren Kollegen die gleiche IT Affinität als mir als junger Kollegin erwartet wurde. Hier wird also kein Auge zugedrückt. In früheren Abteilungen war das jedoch anders - hier hat man dem älteren Kollegen viel durchgehen lassen.
Arbeitsbedingungen
Die Räume sind sehr auf New Work gestaltet und auch die Technik ist absolut passend. In den neueren Standorten gibt es Klimaanlagen. Man arbeitet zwar in mit Regalen abgetrennten Nischen - aber grundsätzlich in Großraumbüros mit 80 anderen Personen auf der Fläche. Wenn dann jede der 80 Personen in Teams-Meetings stecken, wird es sehr laut und die Konzentration kann darunter leiden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Man hat das Gefühl, dass BMW grundsätzlich auf Unweltschutz achtet - aber ob die Branche umweltbewusst handelt, sei dahin gestellt. In meinem Bereich wurde papierlos gearbeitet und bspw. Heizung und Licht nicht unnötig laufen gelassen.
Gehalt/Benefits
Aufgrund der Tarif- und Betriebsvereinbarungen wird wirklich übertariflich entlohnt. Auch die Sozialleistungen sind super.
Image
Das Image nach Außen ist sicherlich mit der einzige Grund, weshalb man bei BMW arbeiten möchte.
Karriere/Weiterbildung
Als gut ausgebildete, ehemalige Auszubildende, wird man nicht weiter wertgeschätzt. Wenn man sich nicht aus eigenem Antrieb weiterbildet, wird man auch nicht weiter unterstützt. Gerade neue Mitarbeiter steigen gehaltstechnisch höher ein, als langjährige Mitarbeiter mit viel Berufserfahrung.
