Schwieriges Abteilungsklima, Konkurrenzdruck und laute Arbeitsumgebung.
Verbesserungsvorschläge
Während meines Praktikums in der Konzernzentrale („der Vierzylinder“) habe ich viel über Hierarchien, inoffizielle Entscheidungsfindung und die Entstehung von Mobbing gelernt. In anderen Gebäuden herrschte ein sehr viel angenehmeres Klima. Warum ist das Herz eures Konzerns so ein Raubtierkäfig?
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre war geprägt von gegenseitigem Misstrauen und Profilierungs-Gehabe. Die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung wurden mit enormen Aufwand breitgetreten, ohne tieferliegenden Probleme zu adressieren. Burn-Outs und Erschöpfungsbedingte Ausfälle werden als indivuelle Probleme gehandhabt. Ein Stern für die tolle Aussicht im Hochhaus
Kommunikation
Diverse Dailys, Weekly’s und Jour Fixe werden mit belanglosem Geplänkel gefüllt, die wahren Informationen laufen aber unter der Hand. Die Kommunikation der Geschäftsführung mit allen Mitarbeitenden ist wiederum Hochglanz und stark inszeniert - darf aber nur teilweise während der Arbeitszeit angeschaut werden
Kollegenzusammenhalt
Es wird offen auf der Fläche über andere Kolleg*innen gelästert, Informationen werden bewusst zurückgehalten. Mobbing wird nicht nur toleriert, sondern befeuert. Vor direktem Feedback wird eher abgesehen, außer eine Person am unteren Ende der sozialen Hackordnung stellt etwas vor - dann entsteht ein regelrechtes Kreuzverhör.
Work-Life-Balance
Gleitzeit, und offiziell 32 Stunden. Inoffiziell muss man im Hochhaus einen Vertrag aus dem 40h Kontingent erhalten, um die eigene Karriere nicht zu gefährden.
Vorgesetztenverhalten
Vorgesetzte leben in einer eigenen Sphäre fernab der restlichen Mitarbeitenden. Kurzfristige Anfragen und überfall-artige Aufgaben kommen vor. Abteilungsleiter bevorzugen offen ihre Lieblingsmitarbeiter oder nutzen ihre Privilegien, um Arbeit abzuwälzen. Mein Eindruck war, dass nach dem Peter-Prinzip befördert wurde, bis zur Unfähigkeit. Praktikanten werden zum Autowaschen eingesetzt.
Interessante Aufgaben
Auf jeden Fall interessante und vielseitige Aufgaben, mit inhaltlicher Tiefe und einem Mindestmaß an Gestaltungsspielraum.
Gleichberechtigung
Frauen müssen hyperfeminim auftreten - Heels, Bleistiftröcke und Botox gehörten auf meiner Etage zum Office Attire dazu. Gleichzeitig ist die Mehrfachbelastung von Frauen mit Kind deutlich spürbar. Hinter verschlossenen Türen werden zudem Witze über Kollegen mit dunkler Hautfarbe gemacht, auch polemische Aussagen wie „wir haben doch schon genug Diversität, wir haben doch Kollegen aus der Schweiz“ gelten als gesprächsfähig.
Umgang mit älteren Kollegen
Das Senioritätsprinzip ist bei BMW deutlich spürbar. Lange Betriebszugehörigkeit macht quasi unantastbar.
Arbeitsbedingungen
Der wöchentliche Anruf bei der IT gehört dazu, dieser wird auch gerne an Praktikanten ausgelagert. Die IT ist generell auf viele Plattformen und Tools verteilt - findet man sie, funktioniert sie auch meistens. Leider ist das Büro ein sehr hellhöriges Großraumbüro. Vereinzelte Schallschutzwände und Telefonkabinen beheben das Problem nicht, konzentriertes Arbeiten fällt schwer. Die open desk policy hat zur Folge, dass sich einige Mitarbeitende „Lieblingstische“ aussuchen, die für sie freizuhalten sind. Gleichzeitig reichen die Arbeitsplätze nicht für alle Mitarbeitenden, was für weiteren Unmut sorgt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Umweltschutz und Klimaschutz dienen der Außenwirkung - die eigenen Produkte und Lieferketten danach auszurichten, wäre allerdings zu teuer. Dann könnte man ja keine 8% Gewinn p.a. mehr ausschütten. Um wirkliche Veränderungen hin zu mehr Nachhaltigkeit zu verhindern wird auch fleißig lobbyiert.
Auch soziales Engagement dient dem Erhalt des guten Rufs der Firma - wirklichen Impact sucht man hier vergeblich.
Gehalt/Benefits
Tolle Gehälter, top Sozialleistungen
Image
Außen hui, innen pfui!
