Vieles macht man schon gut, vieles kann man (noch) besser machen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die NOVENTI macht vieles gut, vieles besser als vor der Sanierung aber hat noch ein gutes Stück Weg vor sich, um ein wirklich exzellenter Arbeitgeber zu werden.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Siehe Verbesserungsvorschläge: mehr Transparenz, schnellere Entscheidungswege und bessere Kritikfähigkeit würden NOVENTI gut tun.
Verbesserungsvorschläge
Intern: Bitte pflegt ein Organigramm, in dem man nicht nur die obersten Führungsebenen sieht. Bislang gibt es im Unternehmen unglaublich hohe Suchkosten für fachbereichsfremde Informationen.
Intern: Kritik annehmen und nicht entwerten. Ich nehme hier Bezug auf ein Townhall-Meeting, in dem Kritik eines Mitarbeiters an internen Strukturen durch den Vorstand nicht angenommen, sondern direkt vor der gesamten Mannschaft entwertet wurde. So ermutigt man nicht, dass Mitarbeiter weiterhin offen mit kritischen Themen auf den Vorstand zukommen. Man muss nicht jeder Kritik zustimmen, aber man muss sie annehmen!
Intern: Es werden unglaublich viele Entscheidungen nach oben gegeben und politisch ausgefochten. Kaum eine Führungskraft nutzt ihren Kompetenzrahmen aus - traut euch mehr und traut euren Mitarbeitern mehr zu!
Extern: Der Markt ist hart umkämpft, hier sollte bei neuen wie bestehenden Produkten auf Rentabilität und auf Qualität geachtet werden.
Arbeitsatmosphäre
Insgesamt war meine Wahrnehmung der Arbeitsatmosphäre "ok, mit viel Spielraum nach oben". Während der Sanierung und der entsprechenden Entlassungswellen hat die Arbeitsatmosphäre erwartungsgemäß erst einmal gelitten. Leider haben es die Vorstände noch nicht geschafft, das Silo-Denken und -Arbeiten der einzelnen Fachbereiche nachhaltig zu reduzieren. Es wird innerhalb der Fachbereiche meist gut zusammengearbeitet, zwischen den Fachbereichen fehlt aber häufig eine Brücke. Dies führt dazu, dass richtige Ansprechpartner (Stichwort: Organigramm!) nur langsam durch viele Rückfragen über sämtliche Führungskräfte gefunden werden können und entsprechend neue Kollegen erst ihr internes Netzwerk aufbauen müssen, bis sie effektiv arbeiten können. Gleichzeitig konnte ich zwischen den Fachbereichen teilweise nur eingeschränktes Verständnis für die Aufgaben und -zuteilung beobachten. Ich hatte leider auch zuletzt noch den Eindruck, dass die NOVENTI sehr viel interne Politik betreibt und die Kollegen noch nicht alle an einem Strang ziehen. Sehr unangenehm habe ich auch Reaktionen auf Kritikpunkte in Townhall-Meetings empfunden.
Kommunikation
Die Kommunikation wurde im Zuge der Sanierung deutlich besser, viele Infos erfährt man trotzdem über Fachpresse, Flurfunk oder Ex-Kollegen, bevor die interne Kommunikation die "Freigabe" der Führungskraft (-kräfte?) zur Veröffentlichung erhält. Hier könnte die interne Kommunikation mehr Kompetenzen erhalten oder die Entscheidungswege verkürzt werden, um eine zeitige Kommunikation zu erzielen und so die Gerüchteküche einzudämmen.
Die Kommunikation von oben nach unten ist noch nicht überall gut durchgesteuert. Viele Informationen gehen auf den ersten Hierarchieebenen verloren und erreichen die operativen Mitarbeiter gar nicht oder nur spät. In meinem Fachbereich hat die F1-Führungskraft dies zwischenzeitlich gut gelöst, was aber auch auf flache Hierarchien innerhalb des Fachbereichs zurückzuführen war.
Kollegenzusammenhalt
Die Kollegen bei NOVENTI waren fast immer super. Es gab einige coole Momente und auch von Mitarbeitern für Mitarbeiter organisierte Zusammenkünfte, die immer toll waren.
Work-Life-Balance
Wie in jedem Job Peaks und Phasen mit niedriger Belastung. Insgesamt sehr flexibler Arbeitgeber mit Homeoffice etc.
Vorgesetztenverhalten
Größtenteils verhalten sich die Führungskräfte korrekt. Aber insbesondere auf den oberen Ebenen werden viele politische Spielchen getrieben, sodass gute oder neuartigen Ansätzen nicht immer faire Chancen gegeben werden.
Interessante Aufgaben
Die Firma bietet viele tolle Aufgabengebiete
Gleichberechtigung
Insgesamt wird bei NOVENTI mehr auf "Leistung" und "Connections" geachtet als auf "Geschlecht".
Umgang mit älteren Kollegen
Auch hier keine konkreten Negativ-Erfahrungen.
Arbeitsbedingungen
Das Office in München ist toll, leidet leider an einigen baulichen Mängeln (für die die NOVENTI aber nichts kann). Die Arbeitsplätze sind alle modern und auch die IT-Ausstattung ist in Ordnung. Andere Standorte und insbesondere die Produktionshallen sollten allerdings nachgezogen werden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Dem Gesetz entsprechend. Natürlich kann man immer mehr machen, aber die "Add-Ons" sollten angegangen werden, wenn die NOVENTI wieder ruhigere Fahrwasser erreicht hat.
Gehalt/Sozialleistungen
Die Gehaltsunterschiede zwischen Führungskräften und operativen Mitarbeitern habe ich als sehr groß wahrgenommen. In der Sanierung gab es fairerweise eine Sperre für Gehaltserhöhungen (Anpassungen gab es weiterhin, auch wenn sie nicht mit der Inflation mithalten konnten). Für mich im Endeffekt einer der Kündigungsgründe.
Image
Muss sich dringend erholen, am Markt ist die NOVENTI inzwischen leider für abnehmende Qualität bekannt.
Karriere/Weiterbildung
In der Sanierung waren Weiterbildungsmöglichkeiten stark eingeschränkt.