Die Führungsebene muss endlich verstehen, dass ihre gesamte Einstellung zu den Arbeitnehmern veraltet ist
Gut am Arbeitgeber finde ich
Work-Life-Balance, Kollegenzusammenhalt, Image der Bank bei den Kund/innen
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Wertschätzung, Personalinvestition, Konstruktivität, Marketingauftritt
Verbesserungsvorschläge
Umdenken, umdenken, umdenken! Qualifizierte Arbeitnehmer/innen sind das wichtigste Gut der Sparkasse! Wenn die Geschäftsführung und die Personalabteilung weitermachen wie bisher, ist von der Personaldecke der Sparkasse Pfaffenhofen bereits in 5 Jahren nichts mehr übrig! Veränderungen sind GUT und wichtig! Eine moderne Unternehmenskultur und agile Arbeitsgestaltung bereiten die Bank für eine turbulente Zukunft vor und machen sie für Nachwuchskräfte attraktiver. Und: Demut üben! Der Arbeitgeber ist vom Anbieter zum Nachfrager geworden und muss sich am Angebot des Arbeitsmarktes orientieren. Eine festgefahrene, arrogante Haltung ist hier kontraproduktiv!
Arbeitsatmosphäre
Die Mitarbeiter/innen werden von den oberen Führungsebenen nicht ausreichend wertgeschätzt, was sich beim Gehalt, der Fortbildungsförderung, dem Umgang mit Feedback, der Anerkennung von Leistungen und auch beim Umgang mit der knappen Personalsituation zeigt. Dadurch ist ein besorgniserregnd hoher Anteil der Mitarbeiter/innen träge, unzufrieden und wenig motiviert, was jedoch als Schuld der Mitarbeiter/innen und nicht als Versagen des Managements gewertet und somit seit vielen Jahren ignoriert wird. Dieser Effekt wird durch die fehlende Konstruktivität nochmals signifikant verstärkt.
Kommunikation
Managemententscheidungen werden unzureichend oder zu abrupt mit den Führungskräften kommuniziert, die Belegschaft wird über anstehende Neuerungen oft überhaupt nicht mehr im Vorhinein informiert. Auch der Kreis der Führungskräfte, die in Entscheidungen mit eingebunden werden, wird sukzessive verkleinert, wodurch wertvoller Input verloren geht. Die Kommunikation im Haus war früher besser, in den letzten 2-3 Jahren war eine deutliche Verschlechterung spürbar.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb der Teams herrscht meist ein guter Zusammenhalt (ohne diesen wäre das Motivationsniveau im freien Fall nach unten), aber auch ein ausgeprägter Zynismus aufgrund der großen Unzufriedenheit. Viele Kolleg/innen sind abteilungsübergreifend hilfsbereit.
Work-Life-Balance
Die Work-Life Balance ist (öffentlicher Dienst-typisch) sehr gut, es gibt selten Arbeitstage jenseits der 8 Stunden. Zudem ist der Leistungsdruck im Vertrieb vergleichsweise niedrig, sodass es auch nicht notwendig ist, viele Überstunden zu machen. Wenn die 8 Stunden hin und wieder überschritten werden, wird von der Personalabteilung penibel darauf geachtet, dass die Arbeitszeit unter 10 Stunden bleibt und dass in keinem Fall zu viele Überstunden aufgebaut werden. Seit der Reduzierung der Öffnungszeiten kann man die aufgebaute Gleitzeit auch wieder gut für längere Pausen oder kürzere Arbeitstage nutzen. Nur 4 Sterne gibt es deshalb, weil für die Berater/innen in den Filialen trotz vielen Schließungstagen immer noch kein Home Office ermöglicht wurde.
Vorgesetztenverhalten
Die Vorgesetzten in den unteren und mittleren Führungsebenen sind meist fair und professionell, sind gut in ihre Teams integriert und werden geschätzt, auch wenn deren Führungsstile doch eher traditionell sind. Das Verhalten der Geschäftsleitung und der oberen Führungsebenen wiederum ist hochproblematisch. Von diesen Ebenen gehen die allgemein herrschende Atmosphäre fehlender Wertschätzung, die geringen Personalinvestitionen (Marktbereichsleiter/innen und Filial-Leiter/innen sind kaum bis gar nicht in Gehalts- und Fortbildungsentscheidungen eingebunden), die schlechte Kommunikation und die allgemein schlechte Konstruktivität aus. Von den Verantwortlichen wird jede Kritik, jeder Verbesserungsvorschlag, jedes Widerwort und jede Kündigung persönlich genommen, anstatt sich ENDLICH konstruktiv und professionell zu verhalten und die eigenen Entscheidungen zu hinterfragen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben in der Kundenberatung sind objektiv gesehen durchaus vielseitig, aber oft auch nur, weil die geringe Personaldecke es erfordert, dass auch Berater/innen in höheren Kundensegmenten und Führungskräfte in den Service und andere Bagatellen eingebunden werden. Subjektiv hingegen sind die Vertriebsaufgaben jedes Jahr identisch. Es werden keine überzeugenden Anreize gesetzt, sich zu verbessern, neue Vertriebstechniken auszuprobieren oder generell seine Arbeitsweisen weiterzuentwickeln. Die übliche Spirale im Bankvertrieb (Verkaufen - Ziele erreichen - Jahresabschluss - Höhere Ziele als im Vorjahr) wirkt dadurch in der Sparkasse Pfaffenhofen noch etwas monotoner als in anderen Häusern.
Gleichberechtigung
Angestellte werden unabhängig von Ihrem Geschlecht identisch gefördert und befördert. Die Frauenquote in den Führungspositionen würde ich persönlich als sehr gut einstufen. Auch jüngeren Mitarbeiter/innen werden mittlerweile gute Stellen angeboten, wenn auch oft nur deshalb, weil es keine Alternativen mehr gibt und nicht, weil man es Ihnen zutraut.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Kolleg/innen haben in der Sparkasse Pfaffenhofen den sprichwörtlichen Jackpot geknackt. Man wird ungeachtet seiner Fähigkeiten mit zunehmendem Alter deutlich ernster genommen, selbst wenn man seine Lernkurve schon vor vielen Jahren beendet hat und eigentlich keinen wertvollen Beitrag mehr zum Unternehmen leistet. Ältere Kolleg/innen sind durch die höheren Entgeltstufen auch die einzigen Angestellten der Sparkasse Pfaffenhofen (neben den wenigen external hires), die einigermaßen angemessen bezahlt werden. In meinen Augen werden ältere Führungskräfte unabhängig von ihrer objektiven Leistung auch deutlich weniger in Frage gestellt, was die fehlende Veränderungsbereitschaft vieler dieser Kolleg/innen erklärt.
Arbeitsbedingungen
Die meisten Filialen und die Zentrale sind gut klimatisiert und ausgestattet. Eine Modernisierung wäre jedoch in vielen Filialen dringend notwendig, die Ausstattung stammt meistens noch aus den 90er Jahren. Auch die Ausstattung mit Laptops, Tablets und Diensthandys für die Kundenberatung ist marginal und wird nur vereinzelt in Pilotprojekten finanziert. Hier besteht Nachbesserungsbedarf, bevor die Ausstattung komplett veraltet ist.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nachhaltigkeit ist in den Werten der Sparkasse Pfaffenhofen quasi nicht vertreten. Zwar werden hin und wieder Nachhaltigkeitsaspekte angesprochen, aber bei keiner wichtigen Entscheidung wirklich berücksichtigt. Der Papierverbrauch im Haus ist eine große Katastrophe. Die verantwortlichen Abteilungen bekommen es seit vielen Jahren nicht hin, digitale Unterschriften und Dokumente für Kund/innen einzuführen und finden dafür immer neue Ausreden. Dokumente werden in den Filialen tonnenweise ausgedruckt, nur um dann unterschrieben, im Backoffice verfilmt und dann wieder weggeworfen zu werden. Das Sozialbewusstsein ist gut, Vereine und gemeinnützige Projekte in der Region werden großzügig gefördert. Da das aber die Aufgabe einer Sparkasse ist und das somit jede Sparkasse macht, sehe ich das nicht als hervorzuhebende Leistung.
Gehalt/Sozialleistungen
Eines der größten Probleme in dieser Sparkasse sind die Personalinvestitionen. Als Gehalt wird oft das geringste geboten, was gemäß dem Tarif noch erlaubt ist. Gehaltsverhandlungen gibt es quasi nicht, denn wenn man nach einer Gehaltserhöhung fragt, wird dies sofort abgeschmettert. Direkt nach der Ausbildung verdienen junge Kolleg/innen oft so wenig, dass sie sich in einer teuren Stadt wie Pfaffenhofen noch nicht einmal ihren Lebensunterhalt leisten können. Und anstatt die Situation zu verbessern, wird sie in den letzten Jahren nur noch zunehmend schlechter, indem bei internen Beförderungen über oft mehrere Stationen erst einmal geringere Gehälter bezahlt werden, bevor man in die Entgeltgruppe eingestuft wird, die man eigentlich verdient (was dann den Stufenaufstieg wieder verzögert). Man kann wirklich ganz umgangssprachlich sagen: In der Sparkasse Pfaffenhofen wird massiv am Personal gespart. Gepaart mit der fehlenden Wertschätzung und der allgemeinen Unzufriedenheit führt dies dazu, dass in den letzten zwei Jahren ausnehmend viele Leistungsträger/innen, vor allem junge talentierte Nachwuchskräfte, gekündigt haben, und es mittlerweile so gut wie keinen Nachwuchs mehr gibt.
Image
Das Image der Sparkasse Pfaffenhofen ist in meinen Augen sowohl intern als auch extern bei Arbeitnehmer/innen am absoluten Tiefpunkt. Seit 2-3 Jahren wächst die Liste externer Ausschreibungen kontinuierlich an, ohne dass sie besetzt werden können oder sich überhaupt geeignete Kandidaten darauf bewerben. Der gesamte Arbeitsmarkt weiß um die schlechten Konditionen und Bedingungen, die hier geboten werden. Das spiegelt sich auch in den Bewerbungen um Ausbildungsplätze wider. Oft können gar nicht mehr alle angebotenen Plätze besetzt werden. Auch das interne Image leidet unter der schlechten Arbeitsatmosphäre. Zum schlechten Image trägt auch das miserable Marketing bei. Obwohl der DSGV die besten Werbeagenturen Deutschlands an der Hand hat, sind Social-Media-Marketing, Influencer-Marketing und zielgruppenorientierte Werbung absolute Fremdwörter in der Sparkasse Pfaffenhofen. Die Welt braucht keine Printwerbung und monatlich wechselnden Papierplakate mehr! Hier ist eine Digitalisierung dringend notwendig!
Karriere/Weiterbildung
Hierzu ist meine Meinung ambivalent. Denn solange man sich im Sparkassenuniversum bewegt, wird man stark gefördert (Sparkassenfachwirt, Sparkassenbetriebswirt, Studium an der Sparkassen-Hochschule). Leider trägt dies für die Sparkasse Pfaffenhofen oft keine Früchte, weil dann den frisch weitergebildeten Kollegen keine attraktiven Stellen und vor allem meist kein attraktives Gehalt angeboten wird oder Versprechen zu Karriereplänen nicht eingehalten werden, sodass sie kurz nach der Fortbildung kündigen. Zudem besitzen diese Fortbildungen außerhalb der Sparkassen/Genobanken keinerlei Wert. Externe Weiterbildungen (berufbegleitendes Studium, Bankfachwirt, etc.) werden wiederum überhaupt nicht unterstützt, weder finanziell noch verbal. Oft werden einem diese sogar schlecht geredet, sobald man sich dafür entscheidet.