Außen Sparkling Unicorn, innen headless Chicken
Gut am Arbeitgeber finde ich
Gehalt, Arbeitsumfeld, Produkt
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
C-Level-Qualität, Intransparenz, Unsicherheit des Arbeitsplatzes, Produktentwicklung / Strategie
Verbesserungsvorschläge
Klare Struktur in der Führung hinbekommen.
Weniger Bürokratie.
Weniger Häuptlinge - mehr Indianer!
Klare, deutliche und transparente Kommunikation des weiteren Weges von Staffbase. Sowohl was das Produkt angeht, als auch die Marktorientierung.
Arbeitsatmosphäre
Einer der 3 Grundwerte von Staffbase ist "Empathy". Das klingt pauschal erst einmal sehr gut und so wie man von langjährigen Mitarbeitern hört, wurde das auch einmal sehr stark gelebt - Betonung auf WURDE - die Zeiten sind unisono vorbei. Zahlenpeitscherei - getrieben vom C-Level, Massenlayoffs (zuletzt im Mai mit ca. 100 Betroffenen) ... wir sind noch nicht ganz auf dem Level der Amerikaner angekommen, aber das dauert nicht mehr lange!
Kommunikation
Es wird sehr viel kommuniziert (... logischerweise auch via App), aber viel zu viel davon ist Blödsinn, der einfach nichts mit der Arbeit zu tun hat. Es wird gefühlt mehr über den Pride-Month kommuniziert, als über die Produktstrategie für 2024.
Kollegenzusammenhalt
Sehr anständiger Umgang zwischen Kolleginnen und Kollegen. Innerhalb der Teams herrscht ein relativ starkes Zusammenhaltgefühl - sobald weitere Abteilungen hinzugezogen werden endet es aber regelmäßig in einer Katastrophe, weil man in einigen Bereichen an bürokratischen Dogmen und Prozessen hängt, anstatt lösungsorientiert im Sinne des Kunden und des Unternehmens zu arbeiten. Man hat sich in einigen Bereichen so aufgebläht, dass es leicht fällt ein Problem im "heiße Kartoffel Prinzip" schnell weiterzuwerfen, anstatt es zu lösen. Ein Leitmotto von Staffbase heißt "Ownership" - davon ist wahrlich nur sehr selten etwas zu sehen.
Work-Life-Balance
Hier kann sich keiner beschwere - viel Urlaub, für jeden Blödsinn gibt es zusätzliche Off-Days, Feelgood Fridays (4-Tage-Woche im August...) etc.
Wer sich in der Branche hierzu beschwert läuft am Leben vorbei.
Vorgesetztenverhalten
Hier muss man stark unterscheiden.
Teamleads - ausgesprochen gut, kompetent - zumindest in meinem Bereich.
Eine Katastrophe hingegen ist das Vorgehen des C-Level.
Daher rührt auch die Überschrift meiner Bewertung und auch der Grund warum ich hier nicht mehr als nur einen Stern geben kann - wenngleich die First- und Second-Line-Manager meiner Erfahrung nach einen guten bis sehr guten Job machen.
Man bekommt den Eindruck, dass das C-Level massiv von den Investoren gesteuert ist und man mittlerweile ausschließlich in die USA schaut und das tut, was dem US-Markt gefällt. In Folge dessen werden Entscheidungen getroffen, die initial toll klingen und Sinn ergeben, aber dann in der Umsetzung komplett gegen die Wand gefahren werden. Bestes Beispiel ist die Akquisitionspolitik von Staffbase.
Softwareunternehmen werden aufgekauft und man hat es - zuletzt mit dem Tool dirico - geschafft alle mehr oder weniger in Grund und Boden zu richten. Nahezu alle Mitarbeiter von dirico wurden rausgeschmissen (Stichwort Massenlayoffs), oder hat ihnen die Lust an der Arbeit vermiest, sodass sie selbst gekündigt haben.
dirico ist hier nur ein Beispiel - so ging es bisher mit JEDER Akquisition von Staffbase.
Interessante Aufgaben
Ein gutes Saas-Produkt, je nach Aufgabenbereich mal mehr, mal weniger spannend.
Gleichberechtigung
Top - ohne wenn und aber
Umgang mit älteren Kollegen
Es gibt wenig "ältere Kollegen" - aber mir ist niemals aufgefallen, dass dort Diskriminierung stattfand.
Arbeitsbedingungen
Wenn man in Chemnitz, Berlin, oder sonst einem Standort sitzt, hat man gute bis sehr gute Bedingungen und Zugang zu klasse Offices.
Viele andere, kleinere Standorte in der Republik wurden jedoch dicht gemacht (Köln, München ...) und die Leute ins Homeoffice geschickt. Manche feiern das, aber lange nicht jeder.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nicht mehr, aber auch nicht weniger als andere Unternehmen in der Branche. Es gibt viele Bereiche in denen sehr darauf geachtet wird (bspw. ausschließlich veganes Essen auf Veranstaltungen), aber auf der anderen Seite fliegt man Leute vom ganzen Globus für Onsite-Meetings ein. Ich verurteile das nicht, aber ist halt auch nichts wofür man sich in diesem Kontext groß feiern lassen muss. Da hilft es auch nicht, wenn man Eckhard von Hirschhausen zur Voices (Kongress, veranstaltet von Staffbase) als Speaker einlädt und über Klimawandel redet.
Gehalt/Sozialleistungen
Bezahlung ist ziemlich gut und die Leistungen anständig
Image
Das Image war einmal herausragend - mittlerweile wird intern nur noch genervt über das Unternehmen gesprochen und viele sind unzufrieden. Das Arbeitsklima intern hat sich massiv gewandelt - spätestens seit den Massenlayoffs im Mai 23.
Hier auch einmal ein Eindruck, wie das ablief.
Es wurde zu einer Gesamtmitarbeiterversammlung via Zoom eingeladen (Townhall Meeting). Kameras waren nicht zugelassen und Micros natürlich alle gemutet. Dann wurde verkündet, dass 100 Leute rausgeschmissen werden und die Betroffenen innerhalb von 30 Minuten eine Termineinladung für den nächsten Tag zur Klärung der Details mit der Personalabteilung bekommen. Dann noch ein paar furchtbar emotional betroffene Worte und dann wurde das Meeting beendet. Perfekt amerikanische Manier.
Besonders perfide - erst wenige Tage vorher fand die VOICES Konferenz statt und alle Mitarbeiter haben massiv Überstunden abgerissen, ganz im Sinne des Unternehmens und wenige Tage später wurden sie zum Dank rausgeschmissen... und während der VOICES haben uns alle C-Level noch charmant ins Gesicht gelächelt und gesagt wie stolz sie auf uns sind!
Das Image vom Sparkling Unicorn bröckelt stark.
Karriere/Weiterbildung
Egal wie man sich entwickeln möchte - Staffbase tut viel für die individuelle Entfaltung ihrer Mitarbeiter. Wenn man sich in diesem Unternehmen wohl fühlt, kann man sehr gut reinwachsen.