berufliche Sackgasse mit Feel-Good-Atmosphäre
Gut am Arbeitgeber finde ich
flexible Arbeitszeiten, HO, die Gesundheitsmaßnahmen fand ich schon toll. Man merkt, die HR ist sehr bemüht mit Benefits den Leuten ein gutes Gefühl auf der Arbeit zu geben
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
-Leute werden schnell mal gefeuert
-und da kann die HR im Nachgang an noch so viele kununu Bewertungen schreiben, wie flauschig doch alles ist und versuchen, Kritik zu objektivieren: Empfindet ein Mitarbeiter es als nicht gut, dann ist es für diesen Mitarbeiter nicht gut
-Gespräche zu Veränderungen sowohl mit Vorgesetzten, Mitarbeiterbotschaftern, Geschäftsführung als auch der HR führten über einen Zeitraum von 1,5 Jahren zu gar nichts
-ein Beispiel: eine Woche vor den Gehaltsgesprächen hat meine Führungskraft bei mir im HO angerufen, es einmal klingeln lassen und dann wieder aufgelegt. Ich saß vor dem Laptop und konnte deswegen nicht schnell genug reagieren. Als ich mehrmals zurückrief, ging die Führungskraft nicht ran. In der kommenden Woche hatte ich dann mein Gespräch. Als ich fragte, warum ich keine Chance auf eine Gehaltsverhandlung habe, bei nachweislich guten Zahlen, sagte man mir, ich sei im Homeoffice nicht oder nur schlecht telefonisch zu erreichen und man könne mir nicht vertrauen. Als ich sagte, ich möchte einen Nachweis der Tage, an denen ich nicht zu erreichen war, verweigerte man mir dazu mehrfach das Gespräch. Ich habe das meinen Teamkollegen erzählt. Ich war einigermaßen überrascht als ich feststellen musste, dass es zwei weiteren auch so ergangen ist. In der Schilderung dessen geht es mir nicht darum eine einzelne Person öffentlich zu brandmarken, sondern ein Sachbeispiel zu geben, warum ich mich ausgebremst gefühlt habe.
Verbesserungsvorschläge
Weniger Partys, mehr Lohnerhöhungen
Arbeitsatmosphäre
All das Feel-Good-Marketing kann nicht darüber hinweg sehen, dass man dennoch immer seine Zahlen zu erfüllen hat. Je länger man im Unternehmen ist, merkt man, wie angespannt es wirklich ist
Kommunikation
regelmäßige Weeklys, Stand-Ups, Jour fixes, Sommerfest etc
Kollegenzusammenhalt
scheinbar gut. Alle sind vordergründig nett, aber eig muss man aufpassen, was man mit wem redet.
Vorgesetztenverhalten
war immer dem Anstand entsprechend, da kann ich nichts meckern, aber das war ne Einbahn-Straße. Einem wurde ja doch nie zugehört.
Interessante Aufgaben
eher monoton. Es gab wenig Möglichkeiten, eigene Ideen einzubringen
Arbeitsbedingungen
das war immer astrein
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nachhaltigkeitsthemen spielten in meiner Zeit keine Rolle und Soziales wird so groß geschrieben, aber wie gesagt hinter der Fassade weht der gleiche kalte Wind des Kapitalismus wie überall sonst auch. Dann heißt es "Wir haben das Vertrauen verloren" und dann ist man gekündigt und frei gestellt. Lieb gewonnene Kollegen sind dann von heute auf morgen einfach weg. Ich hab ein ganzes Team fliegen sehen. Sowas verunsichert dann stark.
Gehalt/Sozialleistungen
Das Gehalt ist unterdurchschnittlich und es gibt im Marketing prinzipiell keine Gehaltserhöhung anscheinend. Partys halt. Davon viel.
Karriere/Weiterbildung
Wurde mir immer verweigert. Dafür wäre kein Geld da. Ich hab dann hintenrum erfahren, dass es durchaus Budget gegeben hat. Als ich das erfuhr,, hab ich mich dann dazu entschieden zu kündigen, weil dann endgültig klar war, dass die TIMOCOM eine berufliche Sackgasse für mich war. Ideen wurden zwar gehört, aber zu gut 90% nicht freigegeben für die Umsetzung. Ist grad schwierig, es findet eine Re-Orga in der Abteilung bald statt, wir sind derzeit in der Konsolidierung, jetzt ist Corona...immer was Neues an Ausreden. Darüber war nicht nur ich, sondern mehrere im Marketing frustriert damals.