Toxisches Arbeitsklima
Gut am Arbeitgeber finde ich
Bachelor/Fachwirt wird bezahlt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Bestandskunden segnet das Zeitliche, junge Kunden wandern ab - ergo hat jeder Zukunftsängste. Dagegen getan wird eigentlich nichts wirksames (außer Schalterservice per Video - wtf?) und man muss um die Zukunft und Sicherheit seiner Stelle bangen. Mitarbeiter sind hier bloß Nummern und austauschbar.
Verbesserungsvorschläge
Sich von den alten und schwerfälligen IT-Dienstleistern trennen. Man hat keinerlei Autonomie und Spielraum hinsichtlich der Innovation und Digitalisierung und ist auf das Wohlwollen des Dienstleisters angewiesen. Deshalb hängt man bei der Digitalisierung auch gute 5-10 Jahre hinterher. Wenn dann im Jahre 2020 mal ein Chatbot eingeführt wird, tut man als hätte man gerade das Internet revolutioniert. Viele Mitarbeiter haben diesbezüglich ein absolut verzehrtes Weltbild und orientieren sich an den falschen Maßstäben - man vergleicht sich immer nur mit der Sparkasse und schaut nicht auf Neobanken wie N26 und Revolut.
Außerdem sollte der Einstellungsprozess und das Personal diverser aufgestellt werden. Egal ob IT-Orga, Personalabteilung oder gar Kurierdienst - überall sind fast ausschließlich Bankkaufleute angestellt. Das sorgt für einen gehörigen Mangel an Fachkompetenz in fast allen Etagen. Hier könnte man durch ein breiter gefächertes Ausbildungsangebot einen echten Mehrwert schaffen.
Die Ausbilder
Neuerdings wurden jüngere Mitarbeiter eingestellt um frischen Wind in die Sache zu bringen - dafür zwei Sterne. Die zuvor tätige “alte Garde” ist eher durch Dienstalter und Glück die Karriereleiter hoch gestolpert. Es war eigentlich normal, den Ausbildungsplatz erst ein paar Monate nach Beginn jedes Lehrjahres zu bekommen.
Spaßfaktor
Wenig Flexibilität und Möglichkeit zum “Schnuppern” in den interessanten Abteilungen. Stures Durchlaufen der unbeliebten Abteilungen nach Schema F.
Aufgaben/Tätigkeiten
Nach einem halben Jahr wird man quasi als Vollzeitkraft eingeplant, wenn auch von der Personalabteilung abgestritten. Man springt für Kollegen in anderen Filialen ein und macht den selben Job wie alle anderen - allerdings verdient man nicht mal Mindestlohn.
Zusätzlich darf man dann noch das “nachhaltige” Image der Bank aufpolieren, in dem man einmal im Jahr irgendwelche Bäume in den letzten Ecken des Westerwaldes pflanzt - natürlich mit viel Presse und PR. Wenn man sich dann aber wieder den Papierverbrauch pro Filiale anschaut, ist das auch eher ein Tropfen auf dem heißen Stein.
Variation
Wie gesagt, kaum Möglichkeiten zur eigenen Gestaltung. Es gab eine Wunschabteilung die man zum Ende der Ausbildung mal für ein bis zwei Wochen besuchen durfte. Allerdings war vorher schon klar, dass man entweder in die Beratung oder den Schalterservice gedrängt wird.
Respekt
Für die Kunden ist man der Sündenbock wenn was schiefläuft. Für die Kollegen ist man der “Stift”, der die unbeliebte Drecksarbeit machen darf. Es gab oft Diskussionen über Mobbing am Arbeitsplatz und hinter vorgehaltener Hand wird ständig gelästert. Als Azubi wird man nicht auf Augenhöhe behandelt.
Karrierechancen
Die Filialbanken werden nicht mehr lange überleben - dessen sind sich auch die meisten Mitarbeiter bewusst. Dementsprechend sind die Karrierechancen auch recht dürftig. Man muss der Westerwald Bank allerdings positiv zugestehen, dass berufsbegleitende Bachelor oder Fachwirte gefördert wurden. Allerdings nur an ausgewählten Instituten und in einschlägigen Banking/Finance Ausprägungen (obwohl der Bank ein wenig mehr IT/Digitalisierung sehr gut tun würde). Mit dem Bachelor verdient man dann allerdings extern auch weitaus mehr.
Arbeitsatmosphäre
Toxisch. Jahrelange Kollegen werden auf einmal in meilenweit entfernte Standorte versetzt, weil der ständige Stellenabbau zu Personalmangel führt. Dadurch werden langjährige Stammkunden unzufrieden, was wiederum mehr Stress für die Kollegen bedeutet. Ergo ist das gesamte Arbeitsumfeld extrem instabil und emotional aufgeladen, was oft in persönlichen Disputen und Stress endet.
Ausbildungsvergütung
Branchenstandard. Manchmal gibts noch Fahrtkostenzuschüsse. Könnte trotzdem mehr sein, gerne auch in Form von Geldwerten Vorteilen.
Abzug gibt es hier deshalb, da man sich Kaffee und dergleichen selbst kaufen muss. Gibt dann in vielen Büros Strichlisten nach denen die Kaffeetasse abgerechnet wird…
Immerhin hat die Bank vor ein paar Jahren großzügig bekannt gegeben, dass es jetzt kostenfreies Sprudelwasser gibt - kein Scherz. Kunden kriegen Ihren Kaffe übrigens gratis - den kann dann der/die Azubi machen.
Arbeitszeiten
Durch den ständigen Personalwechsel gibt es kaum noch klare Arbeitsabläufe, weshalb es oft zu mehr Aufwand - ergo Überstunden - kommt, die dann aber nicht abgebaut werden können, weil überall Leute fehlen. Ist seit Jahren schon der Fall und wird eigentlich immer nur noch schlimmer.
Die Öffnungszeiten machen flexibles Arbeiten im Service unmöglich - Berater kriegen hingegen auch Termine bis 20 Uhr eingestellt. Wirklich großen Einfluss hat man da selbst eigentlich gar nicht.